Energie-Glosssar
In unserem Energie-Glossar finden Sie Begriffserklärungen rund um das Thema Energieversorgung. Wir erklären die Fachbegriffe zu Energiethemen wie Energieeffizienz von A bis Z.
Für Ihre weiteren Fragen sind wir gern da.
A
Abnahmestelle: Was ist eine Abnahmestelle?
Eine Abnahmestelle ist der eindeutig definierte Ort, an dem ein Kunde Strom oder Gas aus dem Versorgungsnetz entnimmt. Die Belieferung kann je nach technischer Ausführung auf verschiedenen Spannungsebenen (Strom) oder Druckstufen (Gas) erfolgen.
All-Inclusive-Vertrag: Was ist ein All-Inclusive-Vertrag?
Ein All‑Inclusive‑Vertrag ist ein Energieliefervertrag, bei dem der Kunde einen Gesamtpreis zahlt, in dem neben der gelieferten Energie auch Kosten wie Netznutzungsentgelte und Ausgleichsenergie bereits enthalten sind. Der Energielieferant führt die entsprechenden Entgelte an die zuständigen Stellen ab.
Anschlussleistung: Was ist eine Anschlussleistung?
Als Anschlussleistung (auch Anschlusswert) bezeichnet die maximale elektrische oder gasförmige Leistung, die ein Anschlussnehmer gleichzeitig aus dem Netz beziehen kann. Sie ergibt sich aus der Summe der gleichzeitig betriebenen Verbraucher und dient als Grundlage für die technische Auslegung des Netzanschlusses.
Anschlussnehmer: Wer ist der Anschlussnehmer?
Ein Anschlussnehmer ist die Person oder Organisation, die über einen Netzanschluss Energie bezieht und dafür die vertragliche Verantwortung trägt.
Anschlussnutzer: Wer ist ein Anschlussnutzer?
Ein Anschlussnutzer ist die Person, die eine angeschlossene Anlage tatsächlich nutzt. Er kann identisch mit dem Anschlussnehmer sein oder – etwa als Mieter – durch einen Anschlussnutzungsvertrag zur Nutzung berechtigt werden.
Anschlussnutzungsvertrag: Was ist ein Anschlussnutzungsvertrag?
Ein Anschlussnutzungsvertrag ist der Vertrag zwischen Anschlussnutzer und Netzbetreiber, in dem die Bedingungen für die Nutzung eines Netzanschlusses geregelt werden. Er muss vor Beginn der Energielieferung wirksam sein und legt die Rechte und Pflichten des Anschlussnutzers fest.
Arbeit: Was versteht man unter Arbeit?
Arbeit bezeichnet im Strombereich die Energiemenge, die ein Verbraucher aus dem Netz bezieht oder in das Netz einspeist. Sie wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen und dient als Grundlage für die Abrechnung des Energieverbrauchs.
Autarkiegrad: Was versteht man unter Autarkiegrad?
Der Autarkiegrad gibt an, wie viel des eigenen Energiebedarfs durch selbst erzeugte Energie – etwa aus einer Photovoltaikanlage – gedeckt wird. Ein hoher Autarkiegrad bedeutet, dass weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss.
B
Balgengaszähler: Was ist ein Balgengaszähler?
Ein Balgengaszähler ist ein Messgerät zur Bestimmung des Gasvolumens. Dabei werden eine oder mehrere Messkammern nacheinander befüllt und entleert. Die verformbaren Trennwände, die diese Kammern voneinander abgrenzen, werden als Balgen bezeichnet.
Batteriespeicher: Was ist ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher speichert überschüssigen Strom, der z. B. von einer Photovoltaikanlage erzeugt wird, und stellt ihn später wieder zur Verfügung. Dadurch kann der Eigenverbrauch erhöht und der Netzbezug reduziert werden.
Baukostenzuschuss: Was ist ein Baukostenzuschuss?
Ein Baukostenzuschuss (BKZ) ist eine Gebühr, die Netzbetreiber von Kunden erheben, um einen Teil der Kosten für den Ausbau, die Erweiterung oder die Erneuerung des Netzes zu decken. Der Baukostenzuschuss dient dazu, die Investitionen zu refinanzieren, die notwendig sind, um einen Netzanschluss bereitzustellen oder die Netzkapazität zu erhöhen.
Betriebskubikmeter: Was ist ein Betriebskubikmeter?
Betriebskubikmeter (m³) ist die Maßeinheit, in der ein Gaszähler das Abrechnungsvolumen im Betriebszustand misst. Sie gibt das Gasvolumen unter den im Netz herrschenden Betriebsbedingungen (Druck und Temperatur) an.
Biogas: Was ist Biogas?
Biogas ist ein Gasgemisch, das hauptsächlich aus Methan und Kohlenstoffdioxid besteht und geringe Mengen Schwefelwasserstoff enthalten kann. Es entsteht durch die sauerstofffreie Vergärung von organischem Material. Als Substrate eignen sich leicht abbaubare Reststoffe wie Biomüll, Speisereste oder Klärschlamm sowie Gülle oder speziell angebaute Energiepflanzen.
Blindarbeit: Was versteht man unter Blindarbeit?
Blindarbeit ist die Energiemenge, die in einem Wechselstromnetz entsteht, wenn Geräte wie Motoren oder Transformatoren ein Magnetfeld aufbauen. Diese Energie kann nicht in nutzbare Wirkarbeit umgewandelt werden, sondern pendelt zwischen Netz und Verbraucher hin und her. Blindarbeit wird in Kilovarstunden (kVarh) gemessen. Da sie die Netzkapazität beansprucht, wird sie häufig über einen Blindstromzähler erfasst und dem Kunden entsprechend berechnet.
Blindarbeitspreis: Was ist ein Blindarbeitspreis?
Blindarbeitspreis ist das Entgelt, das ein Kunde zahlen muss, wenn seine gemessene Blindarbeit die vom Netzbetreiber festgelegte Freigrenze – häufig 50 % der Wirkarbeit – überschreitet. Der Blindarbeitspreis dient dazu, die durch Blindarbeit verursachte zusätzliche Netzbelastung zu berücksichtigen.
Blindleistungskompensation: Was ist eine Blindleistungskompensation?
Blindleistungskompensation bezeichnet Maßnahmen, mit denen die im Stromnetz entstehende Blindleistung ausgeglichen wird. Geräte wie Motoren benötigen Blindleistung, um Magnetfelder aufzubauen. Dafür werden häufig Kondensatoren eingesetzt, die eine entgegengesetzte Art von Blindleistung bereitstellen. Durch diesen Ausgleich muss weniger Blindleistung aus dem Netz bezogen werden, was Leitungen und Transformatoren entlastet und den Energiefluss stabiler macht.
Blindstrom: Was ist Blindstrom?
Blindstrom ist der Teil des elektrischen Stroms, der keine nutzbare Arbeit verrichtet. Er entsteht, wenn Geräte wie Motoren oder Transformatoren Magnetfelder aufbauen. Dieser Stromanteil wird nicht dauerhaft verbraucht, sondern fließt zwischen Netz und Gerät hin und zurück. Blindstrom beansprucht das Stromnetz, ohne dass dabei wirksame Leistung abgegeben wird.
Blockheizkraftwerk: Was ist ein Blockheizkraftwerk?
Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Als Brennstoff dienen meist Erdgas oder Biomasse. Ein Motor oder eine ähnliche Antriebseinheit treibt einen Generator an, der elektrischen Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwärme wird für Heizung und Warmwasser genutzt. BHKW erreichen Gesamtnutzungsgrade von bis zu etwa 85 % und arbeiten damit rund 10 % effizienter als viele konventionelle Kraftwerke. Dieses Prinzip wird Kraft‑Wärme‑Kopplung genannt. BHKW werden vor allem in größeren Gebäuden oder Gebäudekomplexen eingesetzt, bei denen Strom- und Wärmebedarf räumlich nah beieinander liegen.
Blower-Door-Messung: Was ist eine Blower-Door-Messung?
Ein Blower‑Door‑Test ist ein Messverfahren zur Überprüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes. Dabei wird mit einem Ventilator ein Unter- oder Überdruck von meist 50 Pascal erzeugt. Anschließend wird gemessen, wie viel Luft durch Undichtigkeiten ein- oder austritt.
Brennwert: Was wird unter Brennwert verstanden?
Der Brennwert gibt an, wie viel Energie bei der vollständigen Verbrennung eines Brennstoffs einschließlich der im Wasserdampf enthaltenen Kondensationswärme freigesetzt wird. Bei Erdgas wird der Brennwert üblicherweise in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m³) oder in Megajoule pro Kubikmeter (MJ/m³) angegeben.
C
Contracting: Was ist ein Contracting?
Contracting ist ein Energiedienstleistungsmodell, bei dem ein externer Anbieter – der Contractor – eine Energieanlage plant, finanziert, errichtet und betreibt. Der Kunde bezieht daraus Wärme, Strom oder andere Energiedienstleistungen und zahlt dafür in der Regel einen festen Grundpreis sowie einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis. Für den Kunden entfällt die Notwendigkeit, eigene Anlagen zu kaufen oder zu betreiben. Gleichzeitig profitiert er von einer zuverlässigen und effizienten Energieversorgung, während der Contractor das technische und wirtschaftliche Risiko übernimmt.
D
Drehkolbengaszähler: Was ist ein Drehkolbengaszähler?
Ein Drehkolbengaszähler ist ein Gaszähler, der das durchströmende Gasvolumen mechanisch misst. Im Inneren drehen sich zwei Kolben, die das Gas in gleich große Kammern aufteilen und weitertransportieren. Aus der Anzahl der Drehungen wird das geflossene Gasvolumen ermittelt. Der Zähler misst das sogenannte Betriebsvolumen in Kubikmetern (m³).
E
Eigenverbrauch: Was ist Eigenverbrauch?
Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Stroms, der direkt im eigenen Haushalt oder Betrieb genutzt wird. Er reduziert den Strombezug aus dem öffentlichen Netz und senkt damit Energiekosten.
Einspeisevergütung: Was ist eine Einspeisevergütung?
Die Einspeisevergütung ist die gesetzlich geregelte Zahlung, die Betreiber von Photovoltaikanlagen für Strom erhalten, den sie in das öffentliche Netz einspeisen. Grundlage ist in Deutschland das Erneuerbare‑Energien‑Gesetz (EEG).
Emissionen: Was sind Emissionen?
Emissionen sind Stoffe oder Energieformen, die von Anlagen, Fahrzeugen oder anderen Quellen in die Umwelt abgegeben werden. Dazu zählen zum Beispiel Schadstoffe wie CO₂ oder Feinstaub, aber auch Lärm, Wärme oder Gerüche.
Energie: Was ist Energie?
Energie ist die Fähigkeit eines Körpers oder eines Systems, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben. Sie kann in verschiedenen Formen auftreten, zum Beispiel als Bewegungsenergie, Lageenergie, elektrische Energie oder chemische Energie. Energie kann von einer Form in eine andere umgewandelt werden, geht dabei aber nicht verloren.
Energieberatung: Was ist Energieberatung?
Energieberatung umfasst Dienstleistungen, die den Energieverbrauch analysieren und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, Kostensenkung und CO₂‑Reduktion aufzeigen. Sie richtet sich an Haushalte, Unternehmen und Kommunen.
Energieeffizienzklasse: Was ist eine Energieeffizienzklasse?
Die Energieeffizienzklasse bewertet den Energieverbrauch eines Gebäudes auf einer Skala, meist von A (sehr effizient) bis G (weniger effizient). Sie erleichtert den Vergleich des Energiebedarfs verschiedener Produkte.
Energieträgermix: Was ist ein Energieträgermix?
Mischung aus den verschiedenen Energieerzeugern, beispielsweise Erdöl, Erdgas, Kohle, Atomkraft und erneuerbare Energien wie Windkraft.
Energieversorgungsunternehmen: Was ist ein Energieversorgungsunternehmen?
Ein Energieversorgungsunternehmen ist ein Unternehmen, das Energie wie Strom, Gas oder Wärme beschafft, erzeugt, verteilt und an Kunden liefert. Zu den Abnehmern zählen private Haushalte, Gewerbe‑ und Industriebetriebe sowie öffentliche Einrichtungen.
Erdgas: Was ist Erdgas?
Erdgas ist ein natürlicher, brennbarer Energieträger, der überwiegend aus Methan (CH₄) besteht. Methan ist farb- und geruchlos, ungiftig, aber leicht entzündlich.
Man unterscheidet zwei Hauptarten von Erdgas: Erdgas H (High) und Erdgas L (Low). Der Unterschied liegt im Energiegehalt und im Methananteil. Erdgas H besitzt mit etwa 87–99 Vol.-% einen höheren Methangehalt und damit einen höheren Brennwert. Erdgas L enthält rund 80–87 Vol.-% Methan sowie mehr Stickstoff und Kohlendioxid, wodurch sein Energiegehalt etwas geringer ist. Beide Varianten bestehen jedoch größtenteils aus Methan und werden als Energiequelle in Haushalten, der Industrie und in Kraftwerken genutzt.
Energiesteuer: Was ist Energiesteuer?
Die Energiesteuer ist eine staatliche Abgabe auf den Verbrauch von Energie, insbesondere auf Brenn- und Kraftstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel. Sie soll den Energieverbrauch steuern, staatliche Einnahmen sichern und Anreize für einen effizienteren und umweltbewussteren Umgang mit Energie setzen.
Erneuerbare Energien: Was sind erneuerbare Energien?
Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die sich natürlich erneuern und nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehen. Dazu zählen Windenergie, Solarenergie, Geothermie und Strahlungsenergie sowie Energie aus Biomasse, etwa in Form von Biogas. Auch die Wasserkraft gehört dazu, einschließlich spezieller Formen wie Wellen‑, Gezeiten‑, Strömungs‑ und Salzgradientenenergie. Zusätzlich zählt die Energie aus den abbaubaren organischen Anteilen von Haus‑ und Industriemüll zu den erneuerbaren Energien.
Erneuerbare-Energien-Gesetz: Was ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz?
Das Erneuerbare‑Energien‑Gesetz ist ein deutsches Gesetz, das den Ausbau erneuerbarer Energien fördert. Es regelt unter anderem die Einspeisung von Strom aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Geothermie in das öffentliche Netz und garantiert dafür feste Vergütungen oder Marktprämien. Ziel des EEG ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung zu erhöhen, den Klimaschutz voranzutreiben und eine nachhaltige Energieversorgung zu sichern.
Europäische Energiebörse: Was ist die Europäische Energiebörse?
Die Europäische Energiebörse (EEX) ist der zentrale Handelsplatz für Energie und energienahe Produkte in Europa. An ihr werden Strom, Erdgas, Emissionszertifikate sowie weitere Energieprodukte gehandelt. Der Stromhandel erfolgt entweder am Spotmarkt für sofortige Lieferung oder über Terminmärkte für festgelegte Lieferzeitpunkte. Die EEX ist Teil der EEX Group, die international tätig ist und verschiedene spezialisierte Märkte betreibt. Damit spielt die EEX eine wichtige Rolle für die Preisfindung, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Energiemärkte.
F
Fahrplan: Was versteht man unter Fahrplan?
Ein Fahrplan ist im Energiehandel eine zeitlich gegliederte Meldung über die geplante Einspeisung oder Abnahme von Energie. Großkunden, Lieferanten oder Kraftwerksbetreiber übermitteln diese Prognosen in regelmäßigen Intervallen an den Energieversorger oder Netzbetreiber. Fahrpläne dienen der Vorbereitung des Energiebezugs, der Bilanzkreisbewirtschaftung und der sicheren Netzplanung.
Fernwärme: Was ist Fernwärme?
Fernwärme ist Wärme, die zentral erzeugt und über Warmwasser‑ oder Dampfrohrleitungen an verschiedene Abnahmestellen verteilt wird.
Förderprogramme: Was sind Förderprogramme?
Förderprogramme unterstützen Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien oder Elektromobilität. Sie können Zuschüsse, Kredite oder steuerliche Vorteile umfassen und werden z. B. von KfW, BAFA oder Kommunen angeboten.
Frequenz: Was ist eine Frequenz?
Die Frequenz gibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde an und wird in Hertz (Hz) gemessen. Im öffentlichen Elektrizitätsnetz wird Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hz verwendet. Diese Frequenz ist unabhängig von den Spannungsebenen, die in Niederspannung, Mittelspannung und Hochspannung unterteilt sind. Alle Ebenen arbeiten mit derselben Netzfrequenz, unterscheiden sich jedoch in der Höhe der übertragenen Spannung und in ihrem Einsatzbereich innerhalb der Energieversorgung.
G
Gasdruck: Was ist Gasdruck?
In Erdgasnetzen werden unterschiedliche Druckstufen eingesetzt. Fernleitungen, die Gas überregional transportieren, arbeiten meist im Hochdruckbereich zwischen etwa 40 und 100 bar. Regionale Verteilnetze nutzen Hoch‑ oder Mitteldruck mit typischen Bereichen von 1 bis 70 bar. Örtliche Verteilnetze arbeiten im Mitteldruckbereich zwischen 0,1 und 1 bar sowie im Niederdruckbereich unter 100 mbar. Am Hausanschluss und direkt vor dem Verbrauchsgerät beträgt der Gasdruck in der Regel rund 23 mbar.
Gasdruckregel- und Messanlage: Was sind Gasdruckregel- und Messanlagen?
Eine Gasdruckregel‑ und Messanlage dient dazu, den Gasdruck aus übergeordneten Gasleitungen zu reduzieren, zu regeln und zu messen. Sie bildet den Übergang zwischen unterschiedlichen Druckstufen und sorgt dafür, dass Gas mit dem passenden Druck und in der richtigen Menge an nachgelagerte Netze oder größere Gaskunden abgegeben wird.
Gasdruckregler: Was ist ein Gasdruckregler?
Ein Gasdruckregler reduziert einen höheren Eingangsdruck auf einen konstanten, niedrigeren Ausgangsdruck und hält diesen stabil. Er sorgt dafür, dass Gas unabhängig von schwankenden Druckniveaus im Netz mit dem für Verbrauchsgeräte erforderlichen Druck bereitgestellt wird.
GasGVV: Was ist die GasGVV?
Die Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) regelt die allgemeinen Bedingungen der Grundversorgung von Haushaltskunden sowie die Ersatzversorgung mit Gas über das Niederdrucknetz.
Gasversorgungsunternehmen: Was ist ein Gasversorgungsunternehmen?
Gasversorgungsunternehmen sind Energieunternehmen, die private Haushalte, Gewerbe, Industrie, Handel und öffentliche Einrichtungen mit Gas beliefern. Sie können als kommunale Versorger wie Stadtwerke eine bestimmte Region abdecken oder als größere Unternehmen ganze Versorgungsgebiete bis hin zu bundesweiten Netzen betreiben.
Gaszähler: Was ist ein Gaszähler?
Ein Gaszähler misst die verbrauchte Gasmenge in einem Haushalt oder Betrieb. Die Abrechnung erfolgt meist in Kilowattstunden, weshalb der gemessene Gasvolumenstrom über den Brennwert umgerechnet wird.
Grundlast: Was ist die Grundlast?
Die Grundlast ist der dauerhaft vorhandene Mindestbedarf an elektrischer Leistung, der unabhängig von täglichen oder saisonalen Verbrauchsschwankungen besteht. Sie beschreibt den Teil der Stromnachfrage, der kontinuierlich anfällt und daher durch Kraftwerke oder Erzeugungsanlagen gedeckt werden muss, die eine gleichmäßige und verlässliche Stromproduktion gewährleisten.
Grundpreis: Was ist ein Grundpreis?
Der Grundpreis ist der verbrauchsunabhängige Teil des Energiepreises. Er deckt fixe Kosten wie Bereitstellung, Messung, Abrechnung und Wartung der Infrastruktur ab. Zusammen mit dem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis bildet er den Gesamtpreis für die Energieversorgung.
Grundversorgung: Was ist die Grundversorgung?
Die Grundversorgung ist die gesetzlich vorgeschriebene Belieferung von Haushaltskunden und Kleinverbrauchern mit Strom oder Gas zu transparenten und angemessenen Bedingungen, die öffentlich bekannt gemacht werden müssen. Sie stellt sicher, dass Kunden versorgt werden, die keinen Energieversorger ausgewählt haben oder deren Versorgung unterbrochen wurde. Grundversorger ist in jedem Netzgebiet das Energieversorgungsunternehmen, das dort die meisten Haushaltskunden beliefert.
H
Hausanschluss: Was ist ein Hausanschluss?
Der Hausanschluss verbindet ein Gebäude mit den öffentlichen Versorgungsnetzen wie Strom, Gas oder Wasser. Beim Strom stellt der Hausanschluss die Verbindung zwischen dem Niederspannungsnetz des Netzbetreibers und der elektrischen Kundenanlage her.
Heizlast: Was ist eine Heizlast?
Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die einem Raum oder Gebäude kontinuierlich zugeführt werden muss, um die gewünschte Innentemperatur auch unter festgelegten Normaußenbedingungen aufrechtzuerhalten. Sie berücksichtigt alle relevanten Wärmeverluste und wird in Kilowatt (kW) angegeben.
Heizwert: Was sind Heizwerte?
Der Heizwert ist die Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung eines Brennstoffs frei wird, ohne dass die im Wasserdampf enthaltene Kondensationswärme genutzt wird. Bei Gasen bezieht sich der Heizwert auf den Normzustand und wird häufig als Energiegehalt pro Kubikmeter angegeben. Da beim Heizwert die Verdampfungsenthalpie des Wassers nicht berücksichtigt wird, liegt er stets unter dem Brennwert.
Hochspannung, Hochspannungsnetz: Was ist Hochspannung und das Hochspannungsnetz
Hochspannung bezeichnet eine Spannungsebene zwischen etwa 60 kV und 150 kV. Hochspannungsnetze dienen der regionalen bis überregionalen Übertragung elektrischer Energie und verbinden häufig Umspannwerke sowie größere Verbrauchs- und Einspeisepunkte.
Höchstleistung: Was versteht man unter Höchstleistung?
Die Höchstleistung ist die größte elektrische Leistung, die in einem festgelegten Zeitraum – etwa einem Jahr, Monat oder Tag – auftritt. Sie beschreibt die maximale Lastspitze innerhalb dieses Zeitraums und ist ein wichtiger Kennwert für die Auslegung und Abrechnung von Energieanlagen.
Höchstspannung, Höchstspannungsnetz: Was versteht man unter Höchstspannung und dem Höchstspannungsnetz
Höchstspannung bezeichnet die höchste Spannungsebene im Stromnetz und beginnt bei 220 kV. Höchstspannungsnetze dienen der überregionalen Übertragung großer Energiemengen und bilden das Rückgrat der übergeordneten Stromversorgung.
I
Immissionen: Was sind Immissionen?
Immissionen bezeichnen die Einwirkungen von Luftschadstoffen, Lärm, Erschütterungen, Strahlen oder ähnlichen Faktoren auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder Sachgüter. Sie beschreiben also die Belastung, die in der Umgebung tatsächlich ankommt. Das Bundes‑Immissionsschutzgesetz (BImSchG) legt hierfür Anforderungen und Grenzwerte fest, um schädliche Umwelteinwirkungen zu vermeiden.
J
Jahreshöchstleistung: Was ist die Jahreshöchstleistung?
Die Jahreshöchstleistung ist die höchste elektrische Leistung, die innerhalb eines Kalenderjahres gemessen wird. Sie entspricht der größten Lastspitze des Jahres und ist ein wichtiger Kennwert für die Auslegung und Abrechnung von Energieanlagen.
K
Kilowatt: Was versteht man unter Kilowatt?
Kilowatt (kW) ist eine Maßeinheit für Leistung und entspricht 1.000 Watt. Sie wird verwendet, um anzugeben, wie viel Energie pro Zeiteinheit umgesetzt, erzeugt oder verbraucht wird – etwa bei elektrischen Geräten, Heizungen oder Motoren.
Kilowattstunde: Was versteht man unter Kilowattstunde?
Die Kilowattstunde ist eine Maßeinheit für Arbeit bzw. Energie. Sie entspricht der Energiemenge, die umgesetzt wird, wenn eine Leistung von 1 Kilowatt über eine Stunde erbracht wird. In der Energieversorgung wird der Verbrauch von Strom und Gas üblicherweise in Kilowattstunden angegeben.
Konzessionsabgaben: Was sind Konzessionsabgaben?
Konzessionsabgaben sind Zahlungen der Netzbetreiber an die Gemeinden als Ausgleich dafür, dass öffentliche Straßen und Wege für die Verlegung und den Betrieb von Energieversorgungsleitungen genutzt werden dürfen. Sie werden über die Netzentgelte an die Endverbraucher weitergegeben und wirken sich damit auf den Energiepreis aus.
Für die Belieferung von Haushaltskunden gelten je nach Gemeindegröße gesetzlich festgelegte Höchstbeträge. Für Sondervertragskunden mit einem Jahresverbrauch über 30.000 kWh und einer nachgewiesenen Leistung über 30 kW in mindestens zwei Monaten beträgt die Höchstgrenze im Strom derzeit 0,11 ct/kWh. Im Gas liegt die Höchstgrenze für Sondervertragskunden bei 0,03 ct/kWh. Ab einem Jahresverbrauch von mehr als 5 Mio. kWh entfällt die Konzessionsabgabe vollständig.
Kraft-Wärme-Kopplung: Was ist eine Kraft-Wärme-Kopplung?
Kraft‑Wärme‑Kopplung (KWK) bezeichnet ein Verfahren, bei dem die in einem Brennstoff enthaltene Energie gleichzeitig zur Erzeugung von Strom und nutzbarer Wärme eingesetzt wird. Die bei der Stromproduktion entstehende Abwärme wird nicht ungenutzt an die Umgebung abgegeben, sondern für Heizzwecke oder Prozesswärme verwendet. Dadurch erreicht KWK eine besonders hohe Gesamtenergieeffizienz.
L
Ladepunkt: Was ist ein Ladepunkt?
Ein Ladepunkt ist eine technische Einrichtung, an der Elektrofahrzeuge Strom laden können. Er kann öffentlich zugänglich oder privat installiert sein und umfasst mindestens eine Ladebuchse oder ein fest installiertes Kabel.
Lastgang/Lastprofil: Was ist ein Lastgang/Lastprofil?
Ein Lastgang (Lastprofil) beschreibt den zeitlichen Verlauf der abgenommenen elektrischen Leistung oder Energie. Bei Kunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM) wird alle 15 Minuten die durchschnittliche Leistung erfasst und an den Netzbetreiber übermittelt. Diese Viertelstundenwerte bilden den Lastgang und zeigen das tatsächliche Verbrauchsverhalten über den Tag hinweg. RLM‑Zähler werden in der Regel bei größeren Verbrauchern eingesetzt, deren Jahresverbrauch oder Leistungsanforderung bestimmte Schwellenwerte überschreitet.
Lastmanagement: Was ist ein Lastmanagement?
Lastmanagement bezeichnet Maßnahmen zur Steuerung und Optimierung des Energieverbrauchs. Ziel ist es, Lastspitzen zu vermeiden, Kosten zu senken oder die Netzstabilität zu unterstützen – etwa durch gesteuertes Laden von E‑Autos.
N
Netzbetreiber: Was ist ein Netzbetreiber?
Netzbetreiber sind Unternehmen, die Strom- oder Gasnetze betreiben, instand halten und den Netzanschluss sicherstellen. Sie sind für die zuverlässige Energieverteilung verantwortlich, jedoch nicht für die Energielieferung.
Netzentgelt: Was ist Netzentgelt?
Netzentgelte sind Gebühren, die für die Nutzung der Strom- oder Gasnetze erhoben werden. Sie decken Betrieb, Ausbau und Wartung der Netze und sind ein Bestandteil des Energiepreises.
P
Photovoltaik: Was ist Photovoltaik?
Photovoltaik bezeichnet das technische Verfahren, bei dem Sonnenlicht mithilfe von Solarzellen direkt in elektrische Energie umgewandelt wird. Die erzeugte elektrische Energie kann im eigenen Haushalt genutzt, in Batteriespeichern zwischengespeichert oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Für eingespeisten Strom erhalten Anlagenbetreiber in Deutschland eine Vergütung nach den Regelungen des Erneuerbare‑Energien‑Gesetzes (EEG)
PV-Modul: Was ist ein PV-Modul?
Ein PV‑Modul besteht aus mehreren Solarzellen und wandelt Sonnenlicht in elektrische Energie um. Mehrere Module bilden eine Photovoltaikanlage.
PV-Überschussladen: Was ist PV-Überschussladen?
Beim PV‑Überschussladen wird der überschüssige Solarstrom einer Photovoltaikanlage genutzt, um ein Elektroauto zu laden. Dadurch steigt der Eigenverbrauch und der Netzbezug sinkt.
S
Smart Meter: Was ist ein Smart Meter?
Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der den Energieverbrauch automatisch erfasst und die Daten sicher übermittelt. Er ermöglicht genauere Abrechnungen und moderne Anwendungen wie variable Tarife oder intelligentes Energiemanagement.
Solarzelle: Was ist eine Solarzelle?
Eine Solarzelle ist das Grundelement einer Photovoltaikanlage. Sie wandelt Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. Mehrere Solarzellen werden zu Modulen zusammengefasst.
Stromzähler: Was ist ein Stromzähler?
Ein Stromzähler misst den elektrischen Energieverbrauch eines Haushalts oder Betriebs. Moderne digitale Zähler können Verbrauchsdaten detailliert erfassen und kommunizieren.
T
Typ2-Stecker: Was ist ein Typ2-Stecker?
Der Typ‑2‑Stecker ist der in Europa standardisierte Anschluss für das AC‑Laden von Elektrofahrzeugen. Er wird an Wallboxen und öffentlichen Ladesäulen eingesetzt.
W
Wallbox: Was ist eine Wallbox?
Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation für Elektrofahrzeuge im privaten oder gewerblichen Bereich. Sie ermöglicht sicheres und schnelleres Laden als eine Haushaltssteckdose.
Wärmepumpe: Was ist eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser, um Gebäude effizient zu heizen. Sie arbeitet nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks und benötigt dafür elektrische Energie.
Wechselrichter: Was ist ein Wechselrichter?
Ein Wechselrichter wandelt den von Photovoltaikanlagen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, der im Haushalt genutzt oder ins Stromnetz eingespeist werden kann.
Z
Zähler: Was ist ein Zähler?
Ein Zähler ist ein Messgerät, das den Verbrauch oder die Einspeisung von Energie erfasst – etwa Strom, Gas oder Wärme. Er bildet die Grundlage für die Abrechnung.